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Die Römer auf mitteldeutschen Straßen - Dr.Pflug
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B.Willing


Die Römer auf mitteldeutschen Straßen - Dr.Pflug, 14 Jul. 2014 18:04


Im Rahmen der lokalisierung des historischen Elbübergangs untersuchte Dr. Pflug die alte Straßensituation. Geht man von der wichtigsten vor- und frühgeschichtlichen Furt im gesamten Mittelelberaum aus, so lassen sich linkselbig 5 Heerstraßen nachweisen, die dort die Elbe queren. Die wichtigste ist die Hohe Straße. Von Triest-Carnuntum-Prag-Dresden-Oschatz durch die Dübener Heide -Gräfenhainichen nach Dessau-Mosigkau verlaufend, setzt sie sich rechtselbig als Magdeburger Straße in Richtung Nordsee fort und ist zweifelsfrei als ehemalige Bernsteinstraße anzusehen. Pflug zitiert Henning (terra incognitae ):" da sich auch primitive Völker der Segnungen eines friedlichen Handelsverkehrs bewusst werden mussten, galt seit ältesten Zeiten der fremde Händler fast immer als heilig und unverletzlich und er stand unter dem wohlwollenden Schutz der Gottheiten, ebenso wie besonders wichtige Handelswege nach der Art der seit 2500 v.Chr. benutzten Bernsteinstraße ... die als "heilige Straße" von allen anwohnenden Stämmen respektiert wurde. Henning führt den Nachweis, dass die vielgenannte Bernsteininsel tatsächlich in der Elbemündung lag und nach der Eiszeit versunken ist. Er weist auf die großen Funde von Braunkohle und Bernstein in der Elbe bei Hamburg hin. Nach dem 1. W.k. hat ein Gummiwerk in Harburg seine Kesselanlagen mit einem Gemisch aus Braunkohle und Bernstein geheizt.
Von dort aus, also auf der Bernsteinstraße Nordsee-Carnuntum-Triest, transportierten die Römer noch zu Neros Zeiten riesige Mengen Bernstein. Handelsplätze und Küsten wurden durchstreift und eine solche Menge erworben, dass bei den Schaustellungen in den Arenen die Netze zum Abhalten der wilden Tiere und zum Schutz der Emporenbühne mit Bernsteinstücken geknüpft waren, die Waffen aber so wie das Leichengerät und die Zurüstung eines ganzen Tages zur Abwechslung des Gepränges der einzelnen Tage aus Bernstein bestanden. Der größte mitgebrachte Klumpen wog dreizehn Pfund.
Das bedeutet aber auch, dass auch nach der Varusschlacht fleissig weitergehandelt und transportiert wurde und das alte Straßennetz für die Römer von größtem Interesse blieb.
Ob die Feldzüge Jahrhunderte später (Harzhorn, Hachelbich) auch dieses Ziel hatten, wissen wir nicht. Hier spielen mit Sicherheit auch andere Gesichtspunkte eine Rolle. Dr.Pflug hat das Sterbelager des Drusus und die Drusus-Gedenkstätten, die städtischen Charakter gehabt haben müssen und bei Ptolemaios unter anderen Städten mit Koordinaten genannt sind, südlich des Harzes im Bereich von Schmücke und Schrecke lokalisiert. Die nicht mehr existierende Ara Ride Kapelle bei Großmonra war die älteste Kirche Mitteldeutschlands und mit Sicherheit auf einem besonderen heidnischen Heiligtum erbaut. Und insbesondere die Stadt Artern (Aratora) weist auf eine heidnische Geschichte hin. Artern liegt einen römischen Tagesmarsch (20 km) von Hachelbich entfernt, ebenfalls am Fluss. Die späten Feldzüge könnten also auch einen rituellen Hintergrund gehabt haben. Aber das müssen weitere Ausgrabungen klären.
 
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B.Willing


RE: Die Römer auf mitteldeutschen Straßen - Dr.Pflug, 26 Jul. 2014 10:47


Das LSA hat überraschend seine Strategie geändert. Plötzlich sind römische Funde in Mitteldeutschland keine ausschließliche Handelsware oder Beutegut mehr. 04.07.2013 07:08 Uhr HALLE: " Die Römer kamen demnach im heutigen Gebiet von Sachsen-Anhalt etwas weiter voran als bislang angenommen, wie ein Sprecher des Landesmuseums für Vorgeschichte mitteilte. Dies beweise zum Beispiel eine kleine Flasche aus Achat. Diese sei in der Nähe einer kaiserzeitlichen Siedlung bei Kleinjena (Burgenlandkreis) entdeckt worden und stamme aus dem ersten Jahrhundert nach Christus." (dpa/sa)
Bisher wurde auf jeden eingeprügelt, der so etwas behauptete.

 
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